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Unterwegs mit Classic-Ponys
Erfahrungsbericht über eine Wanderfahrt von Neustadt (Dosse) nach Redefin

Auf der Equitana 2011 erhielten wir einige Prospekte über Urlaub mit dem Pferd. Beim Durchblättern eines Heftes entdeckte ich eine Anzeige über den Gestütsweg zwischen Redefin und Neustadt. Neugierig setzte ich mich an den Computer, um im Internet noch weitere Informationen zu erhalten. Auf der Seite http://www.gestuetsweg.de/ fand ich alle nötigen Informationen und bestellte die Wanderreitkarte des Gestütswegs. Einige Tage später erhielt ich die Karte und schon war ich mitten in der Planung.
Die Osterferien standen vor der Tür und ich fragte meine beiden Söhne (12 und 9 Jahre), ob sie auf ein Abenteuer mit unseren Ponys vor der Kutsche Lust hätten. Sie waren zu begeistern und ich ging in die konkrete Planung. Bei einem Telefonat mit Frau Schäfer vom Landhof Groß Breese erfuhr ich, dass schon einige Kutschgespanne den Weg bereist haben; darunter auch ein Shettygespann. So plante ich unsere Reise mit unserem Classic-Pony-Stutengespann, wie auf der Internet-Seite Gestütsweg unter Touren vorgeschlagen, die Strecke in 5 Tagesetappen.

Zuerst machte ich mir Gedanken wie die Reise zu organisieren ist. Für mich stand fest, dass unser PKW mit kombinierten Pferde-Kutschanhänger und Gepäck immer am Ziel der Tagesetappe stehen sollte. So wollte ich sicher stellen, bei sehr schlechtem Wetter die Tour abzubrechen zu können. Außerdem wollte ich auf halber Strecke einen Tag Verschnaufpause einplanen. Nach ein paar Telefonaten mit den einzelnen Stationen waren die Unterkünfte, die Kosten für Übernachtung und die Hilfe beim Transfer von PKW mit Hänger von Station zu Station geklärt.

In den verbleibenden 4 Wochen begann ich intensiv, meine Stuten für den geplanten Urlaub vorzubereiten. Sie sollten ja schließlich ohne gesundheitliche Probleme die Strecke von rund 160 km meistern. Jede Tagesetappe war um die 30 km geplant. So steigerte ich meine Anforderungen bei Trainingsfahrten alle 3- 4 Tage ein bisschen.
Ein weiterer wichtiger Schritt war, die gesamte Strecke aus der Wanderreitkarte des Gestütswegs (Maßstab 1:100.000) in die entsprechenden topografischen Karten zu übertragen, denn ich wusste aus Erfahrungen früherer Wanderritte in meiner Region, dass topografische Karten mit einem Maßstab von 1:25.000 unverzichtbar sind. Im nächsten Schritt besorgte ich mir bei der Landesvermessung Brandenburg folgende Karten:
3140 Neustadt, 3139 Breddin, 3138 Hansestadt Havelberg, 3038 Glöwen, 3037 Bad Wilsnack, 2937 Perleberg, 2936 Wittenberge-Bentwisch, 2935 Schnackenburg, 2934 Lenzen(Elbe).
Bei der Landesvermessung und Mecklenburg-Vorpommern erhielt ich noch folgende Karten:
2834 Gorlosen, 2734 Eldena und 2733 Tewswoos.

Bald war die Planung abgeschlossen, die Ponys in guter Kondition, und unser Abenteuer rückte immer Näher. Mitte April 2011 war es dann soweit, Ponys und Kutsche auf dem Hänger, Gepäck gut verstaut, Jungs und Border Collie Hündin zur Abfahrt bereit. Nach gut 7 Stunden Fahrzeit erreichten wir das Landesgestüt Brandenburg in Neustadt (Dosse). Nachdem wir in der dortigen Gaststätte Preußenschenke unser Nachquartier erhielten, die Ponys ihre Box bekamen, hatten wir für den Tag noch eine Führung auf dem Gestüt gebucht. Freundlich wurden wir von einer Mitarbeiterin empfangen. Von ihr erfuhren wir viel Wissenswertes. Zum Schluss bot sie uns an, uns mit unserem Ponygespann auf eine Rundfahrt durch das riesige Gestütsgelände von 16 ha zu begleiten. So durften sich auch die Ponys nach langer Hängerfahrt noch die Beine vertreten. Den Abend ließen wir gemütlich in der Preußenschenke ausklingen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück fuhr meine Begleitung unseren Hänger mit Gepäck zur nächsten Station nach Bredelin auf den Storchenhof. Dort wurde er von sehr netten Gastgebern wieder zurück zum Gestüt gebracht. In der Zwischenzeit versorgte ich die Ponys, verstaute benötigtes Gepäck wie Lunchpaket, Ersatzschlauch für Kutschenreifen, auf der Kutsche. Dann spannten wir die Ponys ein und fuhren über Wiesenwege und Kopfsteinpflaster in Richtung Lohm los.
In dem Wäldchen vor Lohm hatten wir auch schon die erste Panne. Wir verloren Luft aus einem Reifen. Mühsam und langsam erreichten wir das kleine Örtchen Lohm. Gleich in der ersten Straße klingelten wir an einem Haus. Eine ältere Dame öffnete die Tür. Sie holte gleich ihren Sohn zur Hilfe und lud uns in ihrem Garten ein. Wir bekamen Getränke und die Ponys durften frisches Gras aus dem Garten naschen. Zum Glück hatten wir den Ersatzschlauch eingepackt, den wir jetzt austauschen konnten. Dabei erhielten wir tatkräftige Unterstützung der Anwohner. Am späten Nachmittag erreichten wir unser erstes Quartier: den Strochenhof in Brendelin. Dort konnten unsere Ponys noch ein bisschen grasen und sich dann in einer großzügigen Box mit viel Stroh ausruhen. Auch wir bekamen zwei schöne Zimmer im Gästehaus. Am Abend erhielten wir ein sehr gutes Abendessen nach den Wünschen der Jungs.



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Am nächsten Morgen starteten wir, nach einem reichhaltigen Frühstück, unsere zweite Tagesetappe nach Uenze. Wieder hatten wir zuvor Auto mit Hänger und Gepäck nach Uenze gebracht.



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Gegen Mittag erreichten wir über abwechslungsreiche, sandige Waldwege die Plattenburg mit seiner wunderschönen Wasserburg. Hier spannten wir die Ponys aus, ließen sie vor der Burg grasen und machten in der schönen Mittagssonne ein Picknick mit dem guten Lunchpaket vom Storchenhof.

Nach insgesamt guten 30 km kamen wir bei unserer Gastgeberin in Uenze an. Am Abend lud sie uns zum gemeinsamen Grillen ein. Auch hier waren die Ponys über Nacht in einer Box mit Stroh und Heu untergebracht. Wir nächtigten diesmal in einer gemütlichen kleinen Ferienwohnung.
Am nächsten Morgen starteten wir, nachdem wieder Auto und Hänger beim nächsten Tagesziel verbracht waren, zu unserer dritten Etappe. Die Strecke führte durch den Stadtforst von Perleberg, durch die Ortschaften Weisen, Schilde und Dergenthin zum Ferienschloss Gadow. Auch hier konnten wir in der Mittagszeit an einem Rastplatz mit Anbindemöglichkeit in Dergenthin pausieren.



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Nach einem weiteren sonnigen Tag reichten wir ohne Schwierigkeiten das Ferienschloss Gadow. Hier waren die Jungs begeistert. Ähnlich wie eine Jungendherberge gab es hier viele Möglichkeiten zum spielen und toben. Unsere Ponys kamen auf der dazugehörigen Reitanlage in Pension.
Der nächste Tag sollte unser Ausruhtag sein, was die Jungs prima fanden. Sie wollten eine Kanufahrt machen und mit dem Auto zum shoppen nach Wittenberge fahren. Der geplante Ausruhtag kam auch unseren Stuten sehr zugute, denn eine hatte am nächsten Morgen etwas Kolik. Wir wurden gleich vom Stallpersonal informiert und erhielten tierärztliche Hilfe. Ihr ging es bald wieder besser und die Tierärztin hatte keine Bedenken, die Reise fortzusetzen.

Ich sah mir die nächsten Etappen auf der Karte noch mal genau an. Die letzte war über 40 km lang. Ich beschloss, diese Etappe zu teilen, telefonierte mit einem möglichen Quartier, und hatte Glück. Wir bekamen sehr kurzfristig Unterkunft für Mensch und Tier. Beruhigt konnte ich den kutschfreien Tag mit meiner Familie genießen. Die nächste Tour ging über die Landesgrenze von Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern. Wir brachen von Gadow am späten Vormittag, nach dem gleichen Procedere der Tage zuvor, nach Grittel auf. Die Mittagspause legten wir in Lenzen ein. Dort gibt eine Filzwerkstatt, in der meine Söhne filzen konnten. Die Ponys machten in der Zwischenzeit ein Nickerchen zwischen Bäumen und rupften etwas Gras.



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Gestärkt vom Lunchpaket fuhren wir vorbei an Eldenburg über die Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern. An diesem Tag mussten sich die Ponys zum Schluss schwer ins Zeug legen und die Kutsche durch tiefen Sandboden ziehen.



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Nach drei anstrengenden Kilometern wurden wir auf dem Ponyhof Meyer in Grittel herzlich empfangen. Diesmal bekamen die Stuten einen großen Stall mit Auslauf und eine extra Portion Kraftfutter. Auch wir fielen müde und glücklich in die Betten.
Wir konnten stolz auf uns sein, denn wir hatten uns noch nicht verfahren und alles gut gefunden, trotz der teilweisen fehlenden Beschilderung.



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Die letzen zwei Etappen waren jetzt kürzer, nur gute 20 km. Dies konnten wir ganz gemütlich und entspannt angehen. So fuhren wir noch von Grittel, entlang der Müritz-Elde-Wasserstraße, zum Forsthaus Glasin und von dort dann zum Landesgestüt Redefin.

Unsere Abenteuerreise war gelungen! Dank der sehr fleißigen Classic-Ponys, die bis zum letzen Tag mit zwei Erwachsenen, zwei Kindern und teilweise einem Hund unermüdlich durch die wunderschöne Landschaft trabten.



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Für uns bleibt es eine unvergessliche Wanderfahrt, denn wir hatten 7 Tage Sonnenschein, sehr warme angenehme Temperaturen (20 Grad) und das im April. Zum Nachmachen kann ich den Gestütsweg jedem Reiter und Fahrer empfehlen, da es viele Rastmöglichkeiten an der Strecke mit Pferden gibt, die Menschen sehr hilfsbereit und gastfreundlich sind und es sich auch als Anfänger im Wanderfahren und Wanderreiten zu bewältigen lässt. Für uns steht fest, wenn es die Zeit wieder mal zu lässt, werden wir wieder den Gestütsweg mit den Classicponys bereisen. Denn Classic-Ponys sind einfach klasse!

Sonja Scherer

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